
Drei Gestalten auf einem Schneegrat zwischen den Wänden einer Eisschlucht – erst aus der Luft wird sichtbar, wie tief das Schmelzwasser sich in die Eiskappe geschnitten hat.

Ein einzelner Eisturm teilt die Schlucht, links und rechts führen die Wege daran vorbei – der Boden ist blankes Eis, begehbar nur mit Grödeln unter den Sohlen.

Ein Welpe aus Nivé Heilmanns Rudel, die Augen noch im Welpenblau – Grönlandhunde werden seit über 850 Jahren ohne Einkreuzung gehalten, seit sie mit den Thule-Inuit ins Land kamen.

Die Gruppe quert einen zugefrorenen Schmelzwassersee – im Sommer sucht sich das Wasser hier Schächte durch das Eis, Mühlen genannt, die im Winter unter Schnee verschwinden.

Illulisat: Warmes Licht streift über die Eiskante, als würde die aufgehende Sonne nach der Felswand greifen.

Zurück vom Point 660 nach sechs Kilometern auf dem Eis – was bei Klaus Larsen im Bart hängt, ist gefrorener Atem.

Die Eiskappe, gewellt wie eine erstarrte Dünung bis zum Horizont – im Landesinneren wird der grönländische Eisschild über drei Kilometer dick.

Ein Mann befestigt Eisblöcke auf seinem Holzschlitten, die er zuvor aus einem Eisberg gehackt hat. In Oqaatsut, wo kein Süßwasserleitungsnetz existiert, ist dies seit Jahrhunderten Trinkwassergewinnung der Einwohner.

Mit Grödeln unter den Sohlen zieht unsere Gruppe über die Eiskappe – hinter dem Point 660 setzt sich das Eis über 550 Kilometer bis zur Ostküste Grönlands fort.

Die Zunge des Russell-Gletschers aus der Luft, davor der zugefrorene Abfluss – 2007 entleerte sich hier ein eisgedämmter See: 39 Millionen Kubikmeter Wasser in siebzehn Stunden.

Henni Ostermann in der Diskobucht, den Pelzrand der Kapuze bis ins Gesicht gezogen.

Blick von der Endmoräne auf die Front des Russell-Gletschers – bis hierher reichte das Eis vor zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren, seitdem zieht es sich zurück.

Oqaatsut: Zwei Kinder salutieren auf einer Bank des Dorfplatzes.

Zwei Rentiere flüchten durch das Zwerggestrüpp bei Kangerlussuaq – jedes ihrer Haare ist innen hohl und schließt Luft ein, was besser isoliert als Kaschmir.

Wind und Wetter kreieren bizarre Kunstwerke an den Eisbergen im Fjord von Ilulissat, Grönland.

Niels vor dem Truck, der die Gruppe über die Ice Road bringt. Später, an einer Steigung, verliert der Wagen die Spur, Niels setzt zweihundert Meter zurück und nimmt Anlauf.

Was aussieht wie Wasser, ist eine Flanke der Eiskappe am Point 660 – der Schnee hat sich in eine Rinne gelegt, das Blau darunter ist Eis unter Druck.

Kristian Fly bearbeitet Rentierhorn zu einer Figur in den Werkstätten seiner Künstlerkommune in Illulisat, Grönland.

Fünf Gestalten auf dem Holzweg unterhalb des Ilulissat Icefjord Centre, dahinter die Kante des Eisfjords – der Weg führt hinunter zur zugefrorenen Diskobucht.

Ein klassischer grönländischer Langleinen-Fischer, Herzstück der lokalen Grönländischen Küstenfischerei, kämpft sich durchs Eis der Roten Bucht.

Hinter der schwarzen Felsküste staut sich das Eis des Ilulissat-Eisfjords – am Fjordausgang laufen die Eisberge auf einer Endmoräne auf, manche für Jahre, bis sie dann darübergleiten.

Drei Kinder spielen Fussball im Schnee Oqaatsuts. Hinter ihnen treiben Eisschollen im grauen Wasser.

Oqaatsut: Seit Jahrzehnten fischt der 54-Jährige Steen Gabrielsen in westgrönländischen Gewässern, züchtet Schlittenhunde und repariert Netze.

Oqaatsut: Wo asphaltierte Straßen enden, auf gefrorenen Fjorden und windgepeitschten Hochebenen - dort beginnt das Terrain der Raupenfahrzeuge.

Nivé Heilmann zieht einen Schlitten über das Gelände ihrer Hundezucht am Stadtrand von Ilulissat, wo sie 73 Grönlandhunde hält – vom zwei Wochen alten Welpen bis zum dreizehnjährigen Veteranen.

In der Bucht von Oqaatsut, im eisigen Wind, beugen wir uns erwartungsvoll über Eislöcher, Angelschnüre in der Hand.

Ein ausgewachsener Grönlandhund döst im Schnee, den Kopf auf den Pfoten – bei minus dreißig Grad schlafen die Tiere draußen, dafür genügt ihnen ihr Fell.

Tulu, drei Monate alt, liegt müde auf dem Fels – Namen bekommen Nivé Heilmanns Hunde erst, wenn sie laufen können und ihr Charakter erkennbar wird.

Rentierbraten unter karamellisierten Pilzen und eingelegten Zwiebeln - im Restaurant H8, dem einzigen Oqaatsuuts, treffen arktische Jagdtradition und nordische Küchenkunst aufeinander.

Am Ende des Tages auf der Eiskappe, Klaus’ und mein Bart voller Eis.